Kommentare zum Geschen in der Welt bis Regional

Hier möchte ich meine aktuelle Sicht der Gegenwart darstellen.

 

Ich freue mich auf Eure Kommentare im Gästebuch. Gerne könnt Ihr auch direkt Kontakt zu mir aufnehmen.

 

24.06.2016 Die Briten wollen die EU verlassen. Auf diese Nachricht hätte Europa gerne verzichtet. Die ewig gestrigen haben dort wohl die Mehrheit. Nun müssen sie auch (zusammen mit uns) die Folgen tragen. Erst einmal wird das Pfund kräftige aber auch der Euro  kräftig fallen. Der Dollar gewinnt.

Ist der erste Domino Stein gefallen. Wie wirkt sich der fatale Rechtsruck in Europa aus? Kommen Zeiten wie nach dem Zerfall Jugoslawiens?

 

 

Gemeinsamer Offener Brief:

 

An die Europa-Abgeordneten Daniel Caspary, Stutensee, Bernd Kölmel, Ötigheim, Peter Simon Mannheim und Michael Theurer, Horb

Sehr geehrte Abgeordnete,

Nun ist es passiert. Großbritannien hat sich gegen die EU entschieden und wird sie verlassen. Da trauern und klagen viele, und manche beschuldigen…vor allem den Premierminister Cameron. Ihr Parlamentspräsident Martin Schulz wirft ihm vor, er habe  2013 diese Volksabstimmung  ohne Not versprochen, nur um innerparteiliche Kritiker ruhig zu stellen und als Kandidat nominiert zu werden.

Politik als Poker? Cameron wollte doch nicht nur die Wahl, sondern auch das Referendum gewinnen. War das leichtfertig? War er zu eigensinnig? Eines ist sicher. Er hat Kräfte  und Menschen nicht eingesetzt, die auf seiner Seite standen. Am Abend der Abstimmung erklärte EU-Kommissar Günther Oettinger in Maybritt Illners Talkshow, Cameron habe im Wahlkampf die Spitzen der EU ausgeladen. Na ja… Immerhin aber  sind sie, anders als die „Brexiteers“ behaupten, demokratisch legitimiert. Das frei gewählte EU-Parlament hat ihnen zugestimmt. Anders kommt auch der englische Premierminister nicht ins Amt.

In derselben Sendung erläuterte Susanne Schmidt, Helmut Schmidts Tochter, den Zuschauern andere unwahre Brexit-Behauptungen. Lügen! Denn sie wurden wider besseres Wissen verbreitet. Etwa: Die Türkei stehe kurz davor, in die EU aufgenommen zu werden. Oder: England werde von Flüchtlingen überschwemmt, wo man gerade in Calais das Gegenteil erlebt. Dass last but not least die EU Großbritanniens Kabeljau-Bestände durch Fangquoten schützt, beweist doch gesunden Menschenverstand und keine Böswilligkeit Brüsseler Beamter!  

Und wer hätte die britischen Wähler vor diesen Verdrehungen bewahren können, ja müssen? Die britischen EU-Parlamentarier! Ihre Aufgabe wäre auch gewesen, sich für die Erkenntnis einzusetzen, dass zur Bewältigung der Zukunftsausgaben Staatenverbände notwendig sind. Wenn Europa schon an der Bewältigung der Geld-, Finanz- und Wirtschaftskrise scheitert, wie soll dann das globale Umweltproblem gemeistert werden?

Ja, meine Abgeordnete, jetzt sind wir bei Ihnen. Ihre Kollegen von der Insel waren im Vorfeld der Abstimmung nirgendwo zu bemerken. Sie waren in der Meinungsbildung der Bürger so abwesend wie Sie bei uns. Sie wohnen im Regierungsbezirk Karlsruhe. Aber jenseits der aus betrüblichem Grund mit den Kommunal- zusammengelegten Europawahlen, habe ich keine öffentliche Veranstaltung von Ihnen wahrgenommen. Vier Abgeordnete für 2,74 Millionen Bürger, da könnte doch attraktives, phantasievolles und vernünftiges Engagement für die Wähler Früchte tragen! An Themen dürfte es Ihnen nicht fehlen: Die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, die Gelddruckmaschine EZB, die Integration der Flüchtlinge…

Noch ein letztes Wort aus Maybritt Illners Talkshow. Als Anton F. Börner, der Präsident des Groß- und Außenhandelsverbands, erfuhr, dass die EU in England nicht auf allen Straßen und Plätzen präsent war, fiel er aus allen Wolken. Für Sie, die Abgeordneten,  kann das nur heißen: Besetzen Sie den öffentlichen Raum, solange Ihnen Ihre rechtspopulistischen Gegner noch Platz lassen und irgendwann nach dem Brexit auch ein Dexit herbeiführen. Wenn Sie damit ein Debakel wie am letzten Donnerstag verhindern, hat es auch etwas Gutes gebracht. Werden Sie aktiv!

 

Dittmar Köhler, Helmut Mehrer, Peter Laucks, Horst Zohsel, Brühl

 

 

 

 

 

 

 


 

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